Pandabären sollen als Leihgabe an den Zoo in Sendai kommen, wenn es nach dem Willen der japanischen Regierung geht. Die Bürgermeisterin von Sendai Emiko Okuyama verkündete diesen Wunsch am 17.Oktober. Die in Japan äußerst beliebten Tiere sollen Kindern in der zerstörten Region wieder Mut machen. Der chinesische Botschafter will die Anfrage nach Beiing weiterleiten. Der Zoo rechnet sich gute Chancen aus weil 2012 ein Jubiläumsjahr sein wird: seit 40 Jahre bestehen diplomatische Beziehungen zwischen China und Japan. Außerdem hatte China schon einmal geholfen: im Jahr 2000 verlieh es ein Pandapärchen an den Zoo von Kobe um der Region nach dem Erdbeben von 1995 seine Unterstützung zu zeigen. Gegenwärtig gibt es 11 Pandas in Japan, allesamt weiterhin im Besitz Chinas. So sind die zwei Pandabären im Zoo von Ueno für 10 Jahre ausgeliehen und das lässt sich China auch bezahlen. Die Leasingsumme liegt bei rund $950.000. Ist der Preis vielleicht Schuld daran, dass wir in Deutschland nur einen Großen Panda, BaoBao im Berliner Zoo haben?
Mit ‘Japan’ getaggte Artikel
Pandabären nach Sendai
Veröffentlicht in Reise, Getaggt BaoBao, China, Japan, Panda, Sendai, Zoo am Oktober 18, 2011 | Kommentar schreiben »
Gut zu wissen! Handbuch für Lebensmittel erschienen
Veröffentlicht in Alltag, Uncategorized, Getaggt Environment, Fukushima Prefecture, Japan, Nihon University, Nuclear power am September 25, 2011 | Kommentar schreiben »
Noguchi Kunigazu (Nihon University) hat ein Buch geschrieben auf das viele Japaner sicherlich schon gewartet haben. Noguchi, ein häufig zitierter Eperte für Strahlenschutz, versichert in seinem neuen Buch, dass Konsumenten sich um Lebensmittel nicht allzu sehr zu sorgen brauchen. Gegenwärtig weisen alle Produkte, sei es nun Gemüse, Fleisch oder Milchprodukte Werte auf, die weit unter den Richtlinien der Regierung lägen. Das gelte auch für Produkte aus Fukushima. Für Verbraucher, die sich trotzdem sorgen, dass so Einiges durch das Überwachungsnetz rutschen könnte ( als Beispiel nennt er das Fleisch von Rindern aus Fukushima die mit kondaminiertem Heu gefüttert wurden und im Juli landesweit verkauft wurden) oder Familien mit kleinen Kindern empfiehlt er eine ebenso simple wie effektive Methode: Alles gründlich abwaschen. Fleisch sollte durchgebraten sein und weißer Reis sei momentan die bessere Option. Nur bei Seetang aus Fukushima rät auch Noguchi, in den nächsten Jahren die Finger zu lassen. Hoffen wir, dass das Buch bald auf Englisch erscheinen wird, die Nachfrage ist eindeutig da!
Noguchi Kinikazu: “Hosha no Osen kara Kazoku o mamoru Tabekata no anzen Manyuaru” (The Safety Manual for Protecting Your Family from Radiation Contamination), erschienen bei Seishun shuppansha, 1000Yen.
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- You: Hold the cesium: Ways to reduce radiation in your diet (search.japantimes.co.jp)
Was Sie schon immer über die Yakuza wissen wollten…
Veröffentlicht in News, Getaggt Japan, Unterwelt, yakuza, Yamaguchi-gumi am September 18, 2011 | Kommentar schreiben »
..und sich nie getraut haben, zu fragen, erfahren Sie auf der Seite des Japan Subculture Research Centers. Sei es nun die genaue Struktur der Goto-Gumi, die Adressen sämtlicher Büros japanweit oder allgemeine Befehlsstrukturen, die Leute vom Subculture Research Center wissen eine Antwort. Ein kleines Wörterbuch rundet die Sache ab und hilft beim Einstieg in die japanische Unterwelt.
Das Bild zeigt ein Verbotsschild für Tätowierte und Yakuza (die ja zumeist tätowiert sind) . Sie haben keinen Zugang zu öffentlichen Bädern.
Ivans Ramen
Veröffentlicht in Alltag, Getaggt Asia, Ivan Ramen, Japan, Ramen, Tokyo am August 29, 2011 | Kommentar schreiben »
Ramen, heiße Nudelsuppe, ist ja so etwas wie das Nationalgericht der japansichen Arbeitswelt. Ob als schnelles und billiges Mittagsmahl oder zum Nüchternwerden kurz nach Mitternacht, Ramen passen immer.
Nun wagt sich auch ein Ausländer ans Nudelkochen: Der Amerikaner Ivan Orkin eröffnete 2007 seinen ersten Nudelshop “ Ivan Ramen” in Rakokoen, Tokyo und nun folgte letztes Jahr sein zweiter Ivan Ramen plus in Kyokudo, ebenfalls Tokyo. Ivans Motto ist “SLow Food zackig auf den Tisch”, nur ganz frische Zutaten kommen in seine Nudelsuppe aber trotzdem darf es schnell sein, denn Japans Salariman habenVieles aber eins bekanntlich nicht: Zeit.
K-Pop schiebt in Japan Verkauf koreanischer Produkte an
Veröffentlicht in Alltag, Japan, Korea,Asia, Japanese, Praktisches Japan, Getaggt Girls`Generation, Japan, KARA, Korea, LG, Samsung, smartphones am August 22, 2011 | Kommentar schreiben »
Eigentlich hatten Japaner immer eine recht schlechte Meinung über koreanische Produkte aber das hat sich dank des Werbeeinsatzes von in Japan immens populären koreanischen Stars wie die Gruppen KARA oder Girls Generation in letzter Zeit geändert. Seitdem LG, Samsung und Konsorten auf die hübschen Gesichter setzen, läuft das Geschäft bei den jungen Frauen insbesonders bei den Smartphones. Manche japanische Fans gehen so weit, das sie grundsätzlich alles kaufen, was ihre Lieblinge in CMs anbieten, und wenn es eine Waschmaschine ist. Diesmal sind die Käufer ältere Frauen, die Anfang des Milleniums begeistert koreanische Soaps schauten. Nur die japanischen Männer können die Koreaner noch nicht so richtig überzeugen, das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik läuft weiterhin eher schleppend
Erdbeben, Tsunami, Fukushima
Veröffentlicht in News, Getaggt Erdbeben, Fukushima Prefecture, Japan, Sendai, Tsunami am März 16, 2011 | Kommentar schreiben »
Heute mal ohne Bild und seit langem wieder mal ein Post, die Umstände zwingen mich geradezu zum Schreiben. Seit dem Beben und seinen Folgen sind nun einige Tage vergangen und endlich!! scheint sich die deutsche Presse ein wenig zu beruhigen. Langsam gewinnen die kühlen Köpfe ihr Territorium zurück und emotionale Aufrufe ohne jegliche Faktenbewusstsein werden weniger.
Ich habe über zehn Jahre in Sendai gelebt und stehe in direktem Kontakt mit mehreren Menschen vor Ort und Sendai steht noch, das kann ich eindeutig bestätigen. Es irren nicht zigtausende Kinder durch die Ruinen und suchen ihre Eltern, wie so manche Hilfsorganisation sensationsgierig schreibt, Sendai war auch nicht das Epizentrum des Bebens, was an Land bei einem Seebeben immer schwierig ist und die Menschen bewahren Ruhe und zeigen Nervenstärke.Und nein, ihnen steht auch nicht der Sinn, sich schweigend an den Händen zu halten und Kerzen aufzustellen. Sie sind allzu damit beschäftigt mit dem täglichen Überleben in einer abgeschnittenen Region. Das spricht nicht von Gefühlskälte sondern von Pragmatismus und es ist immer leicht, ihnen das gemütlich vom sicheren Sofa aus vorzuwerfen. Ich ärgere mich auch persönlich, wenn seit Sonntag am Kriegerdenkmal unseres kleinen Örtchens ein Pappschild mit Blumen und Kerzen steht: “Wir trauern um die Atomtoten Japans”. Fukushima ist eine Tragödie und wir alle bangen um den Ausgang der Katastrophe . Aber das bitte mit Verstand und ohne Hysterie.
Japans erste Moe-Göttin
Veröffentlicht in Japan, Korea,Asia, Japanese, Reise, Getaggt Asia, Benzaiten, Buddhismus, Glücksgötter, Hachiōji Tokyo, Japan, Manga, Moe am Januar 13, 2011 | Kommentar schreiben »
Nun ist es soweit: In der Stadt Hachioji vor den Toren Tokyos widmet sich nun der erste Tempel Japans ganz den femininen Fantasiegestalten der Manga- und Animewelt. Auf Wunsch des Abtes vom Tempel Ryōhōji gab man eine neue Figur der Himmelsgöttin der Beredsamkeit, auf Japanisch Benten oder auch Benzaiten, bei der populären Illustratorin Toromi in Auftrag. Sie stellte die Glücksgöttin, sie gilt als Beschützerin von Tanz und Musik, in typischer Moe-Manier dar, ein zartes Persönchen im rosa Kleidchen und weißen Kniestrümpfen. Seit auch noch ein Maid-Café auf dem Tempelgelände eröffnet hat, strömen angeblich die Besucher aus dem In- und Ausland. Der Abt ist es zufrieden: „Wenn allein dadurch mehr junge Leute zum Gebet kommen, hat unsere Moe-Göttin ihren Zweck erfüllt,“ so ein Zitat der Zeitung Keizai Shimbun. Und ein kleines Wunder hat sich auch schon ereignet: Ein vierzigjähriger Arbeitsloser fühlte sich vom ungewöhnlich bunten Tempelschild angezogen, hätte durch Gebete vor der fröhlichen Göttin zur Ruhe gefunden und endlich auch wieder eine feste Anstellung! Der Göttin sei Dank.
Der ganz normale Wahnsinn- die erste Lesung
Veröffentlicht in Der ganz normale Wahnsinn--daheim, Getaggt Heidelberg, Japan, Lesung, Mannheim, Nikolaus am November 17, 2010 | Kommentar schreiben »
Ende Oktober war es soweit: meine erste Lesung! In der Buchhandlung Ziehank in Heidelberg. Sind dreißig Leute viel für eine unbekannte Autorin? Ich war zufrieden, der Raum war voll, keiner lief davon, am Ende wurde nett diskutiert. Und der ein oder andere kaufte sogar mein Buch!
Am 24.November gibt es eine Wiederholung in Mannheim im Sanctclara. Aber mit anderen Textabschnitten, und hoffentlich wieder so netten Leuten. Die mich bitte nicht so erwartungsvoll anstarren, ich kam mir ein wenig vor wie der Nikolaus früher in der Schule. Dahinter verbarg sich immer der Hausmeister. Wir waren damals sehr enttäuscht, wir fühlten uns betrogen um den Zauber des Mannes in Rot. Sind die Zuhörer auch enttäuscht, wenn die Fassade bröckelt und hinter der Autorin ein normaler Mensch auftaucht?
Fürs Schreiben ist man nie zu alt
Veröffentlicht in News, Getaggt Alter, asianotizen, Gedichte, Japan, Shibata Toyo am Oktober 4, 2010 | Kommentar schreiben »
Passend zur Buchmesse, die diese Woche ihre Pforten öffnet, hier eine Geschichte, die uns Schreibern so richtig Mut macht:
Im Frühjahr diesen Jahres veröffentlichte Shibata Toyo ihren ersten Band mit Gedichten, von denen sich innerhalb eines halben Jahres mehr als 650.000 Stück verkauften. Eine beeindruckende Leistung, auch wenn in Japan hohe Auflagen nichts Ungewöhnliches sind. Außergewöhnlich ist allerdings das Alter von Fau Shibata: Sie ist eine rüstige Seniorin von mittlerweile 99 Jahren! Mit dem Gedichteschreiben begann sie 2003 als ihr Mann verstarb und sie ihr geliebtes Hobby, den klassischen japanischen Tanz, aufgeben musste. Ihr Sohn riet ihr, sich in Gedichten auf die Lebensfreude zu besinnen. Und so schickte sie einmal im Monat ein Gedicht an die Tageszeitung Sankei Shimbun und veröffentlichte 2009 im Eigenverlag ihre erste Sammlung. Und brachte damit eine Lawine ins Rollen: Der Asukashinsha Verlag wurde auf die alte Dame aufmerksam, NHK nahm sie ins Programm und die Auflagen hörten nicht mehr auf zu steigen. Ende Oktober sollen Frau Shibatas Gedichtssammlung mit dem Titel Kujikenaide (ungefähr: Lass dich nicht unterkriegen! )in Korea erscheinen. Mit knapp 100 beginnt für die alte Dame aus der Präfektur Tochigi also internationaler Schriftstellerruhm, wir Schreiber sollten also nicht zu ungeduldig sein!
Hier eine Kostprobe (mit eigener Übersetzung auf die Schnelle):
私ね 人から/やさしさを貰ったら/心に貯金しておくの/さびしくなった時は/それを引き出して/元気になる/あなたも 今から/積んでおきなさい/年金より/いいわよ(「貯金」)
Rücklagen
Wenn ich von den Menschen Freundliches gesagt bekomme
lege ich mir die Worte in meinen Herzen zurück.
Wenn ich traurig bin, heb ich sie mir ab und bin wieder fröhlich.
Bilde selbst von heute an Rücklagen, das ist besser als jede Rente!
Die Auswahl ist übrigens Zufall, Anspielungen auf die HartzIV-Debatte sind nicht gewollt!
Praktisches Japan 1
Veröffentlicht in Praktisches Japan, Getaggt Asia, asianotizen, Japan, koban, Polizei, yakuza am Oktober 2, 2010 | Kommentar schreiben »
Ob man sie nun mag oder nicht, die kleinen Polizeiwachen an vielen Ecken Japans sind schon praktisch. Sie sind erste Anlaufstelle für Fundsachen (dreimal bekam ich meine Brieftasche wieder, die ich aufs Autodach gelegt hatte und die dreimal davon flog!). Sie helfen mit super-detaillierten Karten bei der Adressensuche (neben Famileinoberhaupt auch Anzahl der Familienmitglieder notiert!) und kümmern sich um Probleme in der Nachbarschaft ohne gleich ein Protokoll aufzunehmen. Eine Reinigung pries unseren teuer gemieteten Parkplatz als ihren Kundenparkplatz an bis es mir eines Tages zu bunt wurde und ich einfach quer davor das Kundenauto einparkte. Die Reinigung rief natürlich prompt die Polizei, die prompt bei uns klingelte. Und dann die Reinigungstante zur Schnecke machte. Sie solle froh sein, dass ein harmloser Gaijin (Ausländer) den Parkplatz gemietet habe und nicht die Yakuza. DIE hätten ihr das Auto demoliert, drohte die Polizei. Das erste Mal, dass ich so was aus dem Mund eines Polizisten hörte! Nach vielen Verbeugungen und Gomen nasai (Entschuldigungen ) blieb der Parkplatz in Zukunft frei.
