Vegalta Sendai, der Fußballclub der arg gebeutelten Stadt Sendai, ist wieder auf dem Weg nach oben in der J-League, Japans Bundesliga. Und das haben sie auch irgendwie der Katastrophe vom 11.März zu verdanken. Trainer Taguramori wechselte mit seinen Jungs nicht einfach nur das Trainingslager sondern fuhr sie zwei Wochen nach der Flutwelle nach Ishinomaki damit sein Team sich selbst ein Bild von der Zerstörung machen konnte. Seitdem packen die Spieler mit an, verteilen Hilfsgüter und spielen mit Kindern in der Region Fußball. Und sie siegen beim Fußball, die letzten zehn Spiele blieben sie ungeschlagen. Das wären sie ihren Fans in Miyagi schuldig, meinten sie. Solange sie ihre Siegesreihe fortsetzen, solange könnten sie den Menschen in der zerstörten Region wenigstens ein bischen Mut machen. Das heilt Wunden, und das war sogar der SPORTreportage am Sonntag im ZDF eine Reportage wert.
Archiv für die Kategorie ‘News’
Fußball macht stark
Veröffentlicht in News am September 19, 2011 | Kommentar schreiben »
Was Sie schon immer über die Yakuza wissen wollten…
Veröffentlicht in News, Getaggt Japan, Unterwelt, yakuza, Yamaguchi-gumi am September 18, 2011 | Kommentar schreiben »
..und sich nie getraut haben, zu fragen, erfahren Sie auf der Seite des Japan Subculture Research Centers. Sei es nun die genaue Struktur der Goto-Gumi, die Adressen sämtlicher Büros japanweit oder allgemeine Befehlsstrukturen, die Leute vom Subculture Research Center wissen eine Antwort. Ein kleines Wörterbuch rundet die Sache ab und hilft beim Einstieg in die japanische Unterwelt.
Das Bild zeigt ein Verbotsschild für Tätowierte und Yakuza (die ja zumeist tätowiert sind) . Sie haben keinen Zugang zu öffentlichen Bädern.
Erdbeben, Tsunami, Fukushima
Veröffentlicht in News, Getaggt Erdbeben, Fukushima Prefecture, Japan, Sendai, Tsunami am März 16, 2011 | Kommentar schreiben »
Heute mal ohne Bild und seit langem wieder mal ein Post, die Umstände zwingen mich geradezu zum Schreiben. Seit dem Beben und seinen Folgen sind nun einige Tage vergangen und endlich!! scheint sich die deutsche Presse ein wenig zu beruhigen. Langsam gewinnen die kühlen Köpfe ihr Territorium zurück und emotionale Aufrufe ohne jegliche Faktenbewusstsein werden weniger.
Ich habe über zehn Jahre in Sendai gelebt und stehe in direktem Kontakt mit mehreren Menschen vor Ort und Sendai steht noch, das kann ich eindeutig bestätigen. Es irren nicht zigtausende Kinder durch die Ruinen und suchen ihre Eltern, wie so manche Hilfsorganisation sensationsgierig schreibt, Sendai war auch nicht das Epizentrum des Bebens, was an Land bei einem Seebeben immer schwierig ist und die Menschen bewahren Ruhe und zeigen Nervenstärke.Und nein, ihnen steht auch nicht der Sinn, sich schweigend an den Händen zu halten und Kerzen aufzustellen. Sie sind allzu damit beschäftigt mit dem täglichen Überleben in einer abgeschnittenen Region. Das spricht nicht von Gefühlskälte sondern von Pragmatismus und es ist immer leicht, ihnen das gemütlich vom sicheren Sofa aus vorzuwerfen. Ich ärgere mich auch persönlich, wenn seit Sonntag am Kriegerdenkmal unseres kleinen Örtchens ein Pappschild mit Blumen und Kerzen steht: “Wir trauern um die Atomtoten Japans”. Fukushima ist eine Tragödie und wir alle bangen um den Ausgang der Katastrophe . Aber das bitte mit Verstand und ohne Hysterie.
Fürs Schreiben ist man nie zu alt
Veröffentlicht in News, Getaggt Alter, asianotizen, Gedichte, Japan, Shibata Toyo am Oktober 4, 2010 | Kommentar schreiben »
Passend zur Buchmesse, die diese Woche ihre Pforten öffnet, hier eine Geschichte, die uns Schreibern so richtig Mut macht:
Im Frühjahr diesen Jahres veröffentlichte Shibata Toyo ihren ersten Band mit Gedichten, von denen sich innerhalb eines halben Jahres mehr als 650.000 Stück verkauften. Eine beeindruckende Leistung, auch wenn in Japan hohe Auflagen nichts Ungewöhnliches sind. Außergewöhnlich ist allerdings das Alter von Fau Shibata: Sie ist eine rüstige Seniorin von mittlerweile 99 Jahren! Mit dem Gedichteschreiben begann sie 2003 als ihr Mann verstarb und sie ihr geliebtes Hobby, den klassischen japanischen Tanz, aufgeben musste. Ihr Sohn riet ihr, sich in Gedichten auf die Lebensfreude zu besinnen. Und so schickte sie einmal im Monat ein Gedicht an die Tageszeitung Sankei Shimbun und veröffentlichte 2009 im Eigenverlag ihre erste Sammlung. Und brachte damit eine Lawine ins Rollen: Der Asukashinsha Verlag wurde auf die alte Dame aufmerksam, NHK nahm sie ins Programm und die Auflagen hörten nicht mehr auf zu steigen. Ende Oktober sollen Frau Shibatas Gedichtssammlung mit dem Titel Kujikenaide (ungefähr: Lass dich nicht unterkriegen! )in Korea erscheinen. Mit knapp 100 beginnt für die alte Dame aus der Präfektur Tochigi also internationaler Schriftstellerruhm, wir Schreiber sollten also nicht zu ungeduldig sein!
Hier eine Kostprobe (mit eigener Übersetzung auf die Schnelle):
私ね 人から/やさしさを貰ったら/心に貯金しておくの/さびしくなった時は/それを引き出して/元気になる/あなたも 今から/積んでおきなさい/年金より/いいわよ(「貯金」)
Rücklagen
Wenn ich von den Menschen Freundliches gesagt bekomme
lege ich mir die Worte in meinen Herzen zurück.
Wenn ich traurig bin, heb ich sie mir ab und bin wieder fröhlich.
Bilde selbst von heute an Rücklagen, das ist besser als jede Rente!
Die Auswahl ist übrigens Zufall, Anspielungen auf die HartzIV-Debatte sind nicht gewollt!
Pünktlich zu Japans Seniorengedenktag: Neue Zahlen über seine Alten
Veröffentlicht in News, Getaggt Asia, asianotizen, Hundertjährige, Japan, Renten, Rentner, Senioren, Seniorengedenktag am September 20, 2010 | 1 Kommentar »
Pünktlich zum Seniorengedenktag am 23.September veröffentlicht das japanische Innenministerium frische Zahlen über ihre alternde Bevölkerung. Erstmals in der Geschichte Japans gibt es mehr als acht Millionen Menschen, die über 80 Jahre alt sind. Darunter sind knapp 240.000 Über-Einhundertjährige, die laut Zeitungsberichten noch auf Erden weilen aber wie vom Erdboden verschluckt sind. Sammeln da klammheimlich die Verwandten für den toten Uropa die Rente ein?
Und noch etwas dürfte uns Deutsche interessieren: 5.6 Millionen der Über-65jährigen arbeiten weiterhin, davon weit über die Hälfte in einem festen Angestelltenverhältnis. Dabei steht das Hochsetzen des Rentenalters gar nicht zur Debatte, das liegt weiterhin bei 65. Doch die staatliche Absicherung reicht nur allzu oft nicht aus, also wird weiter malocht, ob man will oder nicht. Ohne zu meckern und ohne Wahlkampfthema.
Prinzessin Aiko verweigert Schulbesuch
Veröffentlicht in News, Getaggt Asia, asianotizen, Ijime, Issei Nomura, Japan, Kronprinz Naruhito, Kronprinzessin Masako, Mobbing, Prinzessin Aiko am März 5, 2010 | Kommentar schreiben »
Prinzessin Aiko, einzige Tochter von Kronprinz Naruhito und Kronprinzessin Masako verweigert seit einigen Tagen den Schulbesuch weil gleichaltrige Jungen die Zweitklässlerin wiederholt hänseln. Ijime, wie Mobbing auf Japanisch heißt, sei es aber nicht, bestätigte Issei Nomura, oberster Zeremonienmeister des Kronprinzen. Man arbeite aber schon intensiv an der Lösung des Problems und führe momentan Gespräche mit den Eltern der achtjährigen Übeltäter. Was die wohl beim Anruf empfunden haben? Ein Anruf von der Schule bringt eh schon die meisten Eltern aus dem Konzept aber dann gleich das: “Hallo, hier ist das Kaiserliche Hofamt. Ihr Bub hat unsere Prinzessin gequält. Was gedenken Sie zu unternehmen?” Prinzessin Aiko hat es sicherlich nicht leicht und Schulangst ist ein sehr ernstes Thema, doch die Buben und ihre Familien tun mir trotzdem ein bischen leid. Zum Glück beginnen in Japan bald Ferien.
Sumo-Welt erhält Maskottchen
Veröffentlicht in News, Getaggt Asia, asianotizen, Asien, Hiyonoyama, Japan, Kokonoe, Mangafigur, Maskottchen, Notizen, Ostasien, Sumo am Januar 7, 2010 | Kommentar schreiben »
Maskottchen für die Sumo-Welt
Nichts geht in Japan ohne passendes Maskottchen, das gilt nun auch für den ehrwürdigen Sumo-Sport. Um Kinder das klassische Ringen schmackhaft zu machen, präsentierte die Sumo Association am7.Januar das mannsgroße und knallgelbe Sumo-Küken Hiyonoyama mit typischem Schurz und Haarknoten. Hiyonoyama wurde letztes Jahr als Mangafigur für Werbezwecke entwickelt und wird nun bei der Eröffnung der diesjährigen Sumo-Saison am 10.Januar überlebensgroß durch Tokyos Kokugikan springen und Kindern Lust aufs Schubsen machen. Doch sogar der erfahrene Stallmeister Kokonoe scheint dem Huhn nicht zu trauen. Kein Wunder, bei dem Blick…
Veröffentlicht in News, Getaggt asianotizen, Japan, Mode, Omake, Verlagswesen am Januar 6, 2010 | 1 Kommentar »
Modemagazine setzen auf kostenlose Dreingaben
Wir kennen das von Micki-Maus-Heftchen und Konsorten: Auf dem Heft klebt ein Spielzeug, oftmals eindeutige Entscheidungshilfe und eigentliches Objekt der Begierde. Japans Modezeitschriften setzen auf genau diese Strategie bei jungen Leuten. Nur ist hier Omake, die kostenlose Dreingabe, um einige Klassen edler. So gibt es mal eine Täschchen von Yves-Saint Laurent oder was Hübsches von trendigen Jungdesignern. Angefangen hat damit das Verlagshaus Takarajimasha. Der Verlag betrachtet die erfolgreichen Zugaben schlichtweg als einen weiteren greifbaren Zeitschriftenbeitrag. Der soll Leser anziehen, den Heftpreis aber nicht anheben. Dass die Rechnung aufgeht, zeigen die steigenden Verkaufszahlen, die auch der japanische Zeitschriftenmarkt dringend nötig hat.
Veröffentlicht in News, Getaggt asianotizen, Hiroshi Mizohata, Japan, Oita Trinita, Tourismus am Januar 6, 2010 | Kommentar schreiben »
Japanische Regierung setzt auf Tourismus
10 Millionen Touristen will Japan jährlich ins Land holen, so die Hoffnung des neuen Chefs der Tourismusbehörde Hiroshi Mizohata. 2009 besuchten an die 9 Millionen Ausländer das Land, diese Zahl will Mizohata während seiner zweijährigen Amtsperiode übertreffen. Dabei setzt er seine Hoffnungen in erster Linie auf die Chinesen. Die Regierung gibt grünes Licht und erhöhte das Budget der Tourismusbehörde für 2010 ums Doppelte auf knapp 13 Milliarden Yen. Mizohata ist in Japan als ehemaliger Manager des Fußballvereins Oita Trinita bekannt. Wie vormals beim Fußball will er auch im Tourismus die Besonderheiten der Regionen Japans stärken.

