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Archiv für die Kategorie ‘Alltag’

Geiger-Müller radiation detector.

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Noguchi Kunigazu (Nihon University) hat ein Buch geschrieben auf das viele Japaner sicherlich schon gewartet haben.  Noguchi, ein häufig zitierter Eperte für Strahlenschutz, versichert in seinem neuen Buch, dass Konsumenten sich um Lebensmittel nicht allzu sehr zu sorgen brauchen. Gegenwärtig weisen alle Produkte, sei es nun Gemüse, Fleisch  oder Milchprodukte Werte auf, die weit unter den Richtlinien der Regierung lägen. Das gelte auch für Produkte aus Fukushima. Für Verbraucher, die sich trotzdem sorgen, dass so Einiges durch das Überwachungsnetz rutschen könnte ( als Beispiel nennt er das Fleisch von Rindern aus Fukushima die mit kondaminiertem Heu gefüttert wurden und im Juli landesweit verkauft wurden) oder Familien mit kleinen Kindern empfiehlt er eine ebenso simple wie effektive Methode: Alles gründlich abwaschen. Fleisch sollte durchgebraten sein und weißer Reis sei momentan die bessere Option. Nur bei Seetang aus Fukushima rät auch Noguchi, in den nächsten Jahren die Finger zu lassen. Hoffen wir, dass das Buch bald auf Englisch erscheinen wird, die Nachfrage ist eindeutig da!

Noguchi Kinikazu: “Hosha no Osen kara Kazoku o mamoru Tabekata no anzen Manyuaru”  (The Safety Manual for Protecting Your Family from Radiation Contamination), erschienen bei Seishun shuppansha, 1000Yen.

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Habe ich schon berichtet, dass  ich auch Japanisch unterrichte? Meine Schüler und ich unterstützen den Wiederaufbau einer Grundschule in Ishinomaki, Präfektur Miyagi. Die Mangokuura Primary School selbst steht zum Glück noch aber die Turnhalle und die gesamte Ausstattung sind irreparabel. Der Küstenort Ishinomaki ist wegen des Erdbebens über einen Meter abgesunken, bei jeder Flut stehen Stadtteile weiterhin unter Wasser und die Kinder müssen dort irgendwie zur Schule getragen werden. Sie wollen zurück in den Alltag, zurück  in die Normalität, und wir wollen ihnen dabei ein wenig helfen. Nun haben wir am Weinstraßentag am 28.August 2011 eine Origami-Aktion veranstaltet und allein knapp 500Euro an Spenden eingenommen ,das wird dann nochmals vom Kiwanisclub aufgestockt und von der Trachtengruppe Ungstein nochmals gut verdoppelt. Die Summe ist nicht gewaltig aber wir geben unser

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Ivans Ramen

Miso ramen (Ramen with miso-flavored soup)

Image via Wikipedia

Ramen, heiße Nudelsuppe, ist ja so etwas wie das Nationalgericht der japansichen Arbeitswelt. Ob als schnelles und billiges Mittagsmahl oder zum Nüchternwerden kurz nach Mitternacht, Ramen passen immer.

Nun wagt sich auch ein Ausländer ans Nudelkochen: Der Amerikaner Ivan Orkin eröffnete 2007 seinen ersten Nudelshop “ Ivan Ramen” in Rakokoen, Tokyo und nun folgte letztes Jahr sein zweiter  Ivan Ramen plus in Kyokudo, ebenfalls Tokyo. Ivans Motto ist “SLow Food zackig auf den Tisch”, nur ganz frische Zutaten kommen in seine Nudelsuppe aber trotzdem darf es schnell sein, denn Japans Salariman habenVieles aber eins bekanntlich nicht: Zeit.

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Eigentlich hatten Japaner immer eine recht schlechte Meinung über koreanische Produkte aber das hat sich dank des Werbeeinsatzes von in Japan immens populären  koreanischen Stars wie die Gruppen KARA oder Girls Generation in letzter Zeit geändert.  Seitdem LG, Samsung und Konsorten auf die hübschen Gesichter setzen, läuft das Geschäft bei den jungen Frauen  insbesonders bei den Smartphones. Manche japanische Fans gehen so weit, das sie grundsätzlich alles kaufen, was ihre Lieblinge in CMs anbieten, und wenn es eine Waschmaschine ist. Diesmal sind die Käufer ältere Frauen, die Anfang des Milleniums begeistert koreanische Soaps schauten. Nur die japanischen Männer können die Koreaner noch nicht so richtig überzeugen, das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik läuft weiterhin eher schleppend

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Freunde werden eingeladen, die Torte wird angeschnitten und dann kommt…der Hammer. Der zertrümmert dann vor aller Augen das Symbol ewiger Liebe, die Eheringe  japanischer Scheidungswilliger.   Seit letztem Jahr veranstaltet ein japanisches Unternehmen offizielle Trennungszeremonien für ehemüde Paare und verzeichnet erste Erfolge.  Die jüngsten Teilnehmer waren bislang 21, die ältesten 57 Jahre. Beantragen in Japan in rund 80 Prozent der Fälle die Männer eine Scheidung, sind es hingegen die Frauen, die es am Ende noch mal so richtig krachen lassen wollen. Dafür legt “frau” dann auch gerne mal 500 Euro hin. Da in Japan mittlerweile jede vierte Ehe geschieden wird, hat diese Branche sicherlich noch viel Potential.

Der Froschhammer ist übringes ein Wortspiel: Frosch bedeutet kaeru, das wiederum zurückkehren, heimkehren bezeichnen kann. Mit diesem Hammer kehrt man also wieder zum Singledasein zurück!

zurück zum Singledasein

Mit dem Froschhammer zurück zum Singledasein

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Polizei bloggt bürgernah

Sie wollten schon immer wissen, wer und was in der Nachbarschaft so sein Unwesen treibt? In Südjapan in der  Präfektur Kumamoto erfährt das interessierte Gemeindemitglied das nun aus erster Hand: direkt von der örtlichen Polizei über deren Blog. Abwechselnd schreiben die Kollegen über größere  und kleine Schurkereien ihre Bezirks und garnieren das mit zahlreichen Fotos.Allerdings erinnern die eher an geruhsame Spaziergänge und nicht gerade an einen knallharten Job .  Zielgruppe der Polizei-Blogs sind vor allem die Alten, sie sollen so zügig vor Betrügereien und Abzocke an der Haustür gewarnt werden.  Außerdem können sich besorgte Anverwandte aus anderen Teilen Japans berichten lassen, ob es der alleinstehenden Oma auch noch gut geht.  Im Sommer nutzen Wanderer gerne die Wettervorhersage der abgelegenen Gebiete und fragen schon mal vorab nach der besten Wanderroute. Auch diese Auskunft wird gern erteilt. Japans Polizei bloggt eben bürgernah.

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Starb früher der treue Taro oder Hachi, grub man hinten im Garten ein Loch und das war`s dann meist. Andere Gassigeher sprachen noch ihr Bedauern aus und den Rest der Nachbarschaft kümmerte der Verlust nicht allzu sehr. Heute ist das auch in Japan anders. In Zeiten von Kindermangel sind  Katze und  Hund in der Familienhierarchie aufgestiegen und haben sich ein ordentliches Begräbnis verdient. Glaubt man zumindest den eingschlägigen Internetseiten, die von Leichenstarre bis korrekten Blumenschmuck mit Opfergaben (O-Ton: “Vergessen Sie nicht seine Lieblingsleckerli!”) jeden Schritt des Abschieds erklärt. Erdbestattung oder Kremation? Aus Platzgründen empfehlen die japanischen Experten Letzteres,  so können Fifis Überreste bis zu Herrchens Ende auf der Anrichte im Wohnzimmer verbleiben.  Um dann gemeinsam zur letzten Ruhestätte getragen zu werden. So ein Doppelgrab ist hier schon möglich. In tokyo kommt auch schon das Krematorium ins Haus , das Beerdigungsinstitut Japan Pet Ceremony hat einen Kleinbus umgerüstet und kremiert Ihr Haustier direkt vor Ort. Nach zwei Stunden ist alles vobei und die Knochen kommen daheim in die Urne. Das Geschäft boomt, an manchen Tagen rücken die Damen und Herren in Schwarz bis zu zehnmal aus. Der kleinste “Kunde” war bislang ein Hamster, gewöhnlich kommt der Anruf aber von Hundebesitzern. Der Serivce bietet außerdem die Garantie, dass später tatsächlich die richtige Hundeasche an Herrchens Seite liegen wird.  In letzter Zeit häufen sich die Skandale in der Tierbestattungsszene. So wurde in der Präfektur Saitama ein Unternehmer verhaftet, der die anvertrauten Kadaver nicht kremierte sondern sie in Plastiksäcken im Wald verschwinden ließ. Andere Tierbesitzer werden mit horrenden Rechnungen regelrecht erpresst, während ihr Tier im Ofen verbrennt. Die Tierbestatter bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, viel kann man gegen sie nicht ausrichten. Also doch wieder selbst zum Spaten greifen? Noch ein Tipp, wenn Sie zu so einer Bestattung gebeten werden: Sagen Sie niemals “Ihr könnt euch doch einen neuen Hund anschaffen!” Murmeln Sie Mitgefühl und vergessen Sie ja nicht die Blumen. Die japanischen Blumenhändler kennen sich da mittlerweile aus und beraten Sie gerne.  Hundekekse geht natürlich auch als Grabbeigabe. Aber aufpassen, dass nicht einer der anwesenden Trauerhunde mit in die Grube springt!

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Am Sonntag ist es wieder soweit, Japans Schokoladenindustrie erhält sein jährliches Umsatzhoch. Seit bald einem halben Jahrhundert versucht die Süßwarenindustrie, dem Volk Valentinstag als Tag der Schokoladenherzen und Liebe schmackhaft zu machen. Laut Umfrage machen über 70% aller Japaner brav bei dem Spiel mit, wenn es darum geht, Schokolade zu verteilen und zu empfangen. Das Geschäft läuft allein deshalb so gut, 1. weil im Februar rein gar nichts los ist und 2. weil es gar nicht um Liebe oder gar Zuneigung geht, sondern um Pflicht. Der Gros der Schokolade geht von Frauen an alle Männer ihres Umfeldes, ob geliebt oder gerade mal ertragen. Das nennt man  dann Giri Choco. Wer hingegen Honmei (Wahre)Choco bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Diese meist selbst gemachte Süßigkeit bekommt nur der Liebste. Freundinnen schenken sich untereinander Tomo (Freundes-) Choco, übrigen auch eine Idee der Schokoladenhersteller, forciert mit den entsprechenden CMs. Payback-Day ist dann genau einen Monat später am White Day. Dann gibt es weiße Schokolade für alle. Noch einen drauf setzen da nur die Koreanermit einem Black Day: Am 14.April gibt es schwarze Soße zu Nudeln für alle, die komplett leer ausgingen. Wird langsam Zeit, dass Fleurop sich des asiatischen Markts annimmt!

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pachinko parlor in sendai

Willkommen im Pachinko!

2004 schrieb ich den ersten Artikel über Pachinko , seitdem ist das Thema wiederholt in den deutschen Medien aufgegriffen worden  und sogar Wikipedia berichtet mittlerweile ausführlich über Japans Spielhallen.

Doch eins ist erstaunlich: an bekannten Fakten und konkreten Aussagen hat sich seit 2004 kaum etwas verändert. Immer noch kursiert die gleiche Zahl an koreanischen Betreibern (rund 70Prozent, diesen Anteil brachte die Washington Post damals in Umlauf). Immer noch ist wenig bekannt, warum zum Beispiel Koreaner den Markt bis heute so stark kontrollieren. Für die Nachkriegszeit gibt es eine  Reihe plausibler Erklärungen, doch wo war damals die Japaner? Warum hat sie sich dieses »Goldene Ei« entgehen lassen? Die Betreiber der ersten Hallen waren doch in den 1930er Jahren nur Japaner.

Und noch etwas: Trotz der bekannten Geldströme, die Dank der satten Gewinne weiterhin nach Nordkorea zu fließen scheinen, hat sich an der Haltung der Regierung in den letzten Jahren wenig geändert. Auch angesichts der steigenden Zahlen pathologischer Spieler (die Hälfte der rund 200.000 spielsüchtigen Japaner komme nicht vom Pachinko los) wäre ein Eingreifen wünschenswert. Doch im Gegenteil, es wird eine Aufhebung des Spielcasino-Verbots angedacht und seit letztem Jahr finden sich in 150 Pachinko-Hallen Geldautomaten zur bequemeren Versorgung mit Cash.

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Sind die Neujahrsfeiertage vorbei, geht es für Tausende von japanischen Oberschülern ans Eingemachte. Das sind nicht etwa die Abiturprüfungen, um die kümmert sich hier kaum ein ambitionierter Schüler.

Typisch Japan: kleine Tische, blaue Uniformen.

Lernen bis zum Umfallen und Angstschweiß lösen die landesweit einheitlichen Universitätsaufnahmeprüfungen aus, die so genannten Center-Shiken. Dieses Jahr finden sie am 16. und 17.Januar statt und weder Eisschnee noch Schweinegrippe gelten als Entschuldigung. Wer nicht pünktlich erscheint, dem steht ein Jahr als heimatloser Samurai, als Ronin, bevor. Denn eine zweite Chance gibt es nicht.

Nur eine zweite Prüfung kommt bestimmt und erfolgt wenig später an der persönlichen Wunschuniversität. Die verlangt zur Prüfungszulassung meist eine bestimmte Punktzahl des Center-Tests. Die Sache hat nur einen Haken: Das Ergebnis erfährt der Prüfling leider erst nach Anmeldeschluss! Also ermitteln Nachhilfeschulen anhand der gegebenen Antworten des Center-Tests die Chancen ihrer Schützlinge. Dieses Center- Research kostet natürlich auch noch mal eine Stange Geld. Hinzu kommen die Gebühren jeder weiteren Aufnahmeprüfung, obwohl Mehrfachbewerbungen beinahe unmöglich sind. Die zweite Examensrunde findet zumeist zeitgleich an einem bestimmten Tag im Februar statt. So halten es zumindest die berühmten Universitäten des Landes und verbauen jahrein, jahraus vielen jungen Leuten, die zu hoch gepokert haben,  den Start an der Uni. Die kleineren Hochschuleinrichtungen sehen darin ihre Chance und werben damit, keine zweite Prüfung zu verlangen. Ihnen reicht die ermittelte Punktzahl der allgemeinen Prüfung, doch an Prestige gewinnen sie damit leider immer noch nicht. Und das ist trotz aller Reformen weiterhin das Wichtigste für Japans Personalchefs. Solange der Name der Alma Mater den Berufseinstieg ordentlich erleichtert, bleibt der Januar für Japans Schüler der Monat des Schreckens.

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