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Archiv für Mai 2010

Starb früher der treue Taro oder Hachi, grub man hinten im Garten ein Loch und das war`s dann meist. Andere Gassigeher sprachen noch ihr Bedauern aus und den Rest der Nachbarschaft kümmerte der Verlust nicht allzu sehr. Heute ist das auch in Japan anders. In Zeiten von Kindermangel sind  Katze und  Hund in der Familienhierarchie aufgestiegen und haben sich ein ordentliches Begräbnis verdient. Glaubt man zumindest den eingschlägigen Internetseiten, die von Leichenstarre bis korrekten Blumenschmuck mit Opfergaben (O-Ton: “Vergessen Sie nicht seine Lieblingsleckerli!”) jeden Schritt des Abschieds erklärt. Erdbestattung oder Kremation? Aus Platzgründen empfehlen die japanischen Experten Letzteres,  so können Fifis Überreste bis zu Herrchens Ende auf der Anrichte im Wohnzimmer verbleiben.  Um dann gemeinsam zur letzten Ruhestätte getragen zu werden. So ein Doppelgrab ist hier schon möglich. In tokyo kommt auch schon das Krematorium ins Haus , das Beerdigungsinstitut Japan Pet Ceremony hat einen Kleinbus umgerüstet und kremiert Ihr Haustier direkt vor Ort. Nach zwei Stunden ist alles vobei und die Knochen kommen daheim in die Urne. Das Geschäft boomt, an manchen Tagen rücken die Damen und Herren in Schwarz bis zu zehnmal aus. Der kleinste “Kunde” war bislang ein Hamster, gewöhnlich kommt der Anruf aber von Hundebesitzern. Der Serivce bietet außerdem die Garantie, dass später tatsächlich die richtige Hundeasche an Herrchens Seite liegen wird.  In letzter Zeit häufen sich die Skandale in der Tierbestattungsszene. So wurde in der Präfektur Saitama ein Unternehmer verhaftet, der die anvertrauten Kadaver nicht kremierte sondern sie in Plastiksäcken im Wald verschwinden ließ. Andere Tierbesitzer werden mit horrenden Rechnungen regelrecht erpresst, während ihr Tier im Ofen verbrennt. Die Tierbestatter bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, viel kann man gegen sie nicht ausrichten. Also doch wieder selbst zum Spaten greifen? Noch ein Tipp, wenn Sie zu so einer Bestattung gebeten werden: Sagen Sie niemals “Ihr könnt euch doch einen neuen Hund anschaffen!” Murmeln Sie Mitgefühl und vergessen Sie ja nicht die Blumen. Die japanischen Blumenhändler kennen sich da mittlerweile aus und beraten Sie gerne.  Hundekekse geht natürlich auch als Grabbeigabe. Aber aufpassen, dass nicht einer der anwesenden Trauerhunde mit in die Grube springt!

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