Veröffentlicht in Alltag, Getaggt Asia, asianotizen, Asien, Center-Shiken, Highschool, Januar, Japan, Notizen, Ostasien, Ronin, Schule, Universität, Universitätsprüfungen am Januar 8, 2010 |
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Sind die Neujahrsfeiertage vorbei, geht es für Tausende von japanischen Oberschülern ans Eingemachte. Das sind nicht etwa die Abiturprüfungen, um die kümmert sich hier kaum ein ambitionierter Schüler.

Typisch Japan: kleine Tische, blaue Uniformen.
Lernen bis zum Umfallen und Angstschweiß lösen die landesweit einheitlichen Universitätsaufnahmeprüfungen aus, die so genannten Center-Shiken. Dieses Jahr finden sie am 16. und 17.Januar statt und weder Eisschnee noch Schweinegrippe gelten als Entschuldigung. Wer nicht pünktlich erscheint, dem steht ein Jahr als heimatloser Samurai, als Ronin, bevor. Denn eine zweite Chance gibt es nicht.
Nur eine zweite Prüfung kommt bestimmt und erfolgt wenig später an der persönlichen Wunschuniversität. Die verlangt zur Prüfungszulassung meist eine bestimmte Punktzahl des Center-Tests. Die Sache hat nur einen Haken: Das Ergebnis erfährt der Prüfling leider erst nach Anmeldeschluss! Also ermitteln Nachhilfeschulen anhand der gegebenen Antworten des Center-Tests die Chancen ihrer Schützlinge. Dieses Center- Research kostet natürlich auch noch mal eine Stange Geld. Hinzu kommen die Gebühren jeder weiteren Aufnahmeprüfung, obwohl Mehrfachbewerbungen beinahe unmöglich sind. Die zweite Examensrunde findet zumeist zeitgleich an einem bestimmten Tag im Februar statt. So halten es zumindest die berühmten Universitäten des Landes und verbauen jahrein, jahraus vielen jungen Leuten, die zu hoch gepokert haben, den Start an der Uni. Die kleineren Hochschuleinrichtungen sehen darin ihre Chance und werben damit, keine zweite Prüfung zu verlangen. Ihnen reicht die ermittelte Punktzahl der allgemeinen Prüfung, doch an Prestige gewinnen sie damit leider immer noch nicht. Und das ist trotz aller Reformen weiterhin das Wichtigste für Japans Personalchefs. Solange der Name der Alma Mater den Berufseinstieg ordentlich erleichtert, bleibt der Januar für Japans Schüler der Monat des Schreckens.
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